Press-news
| Luxemburger Wort Campingserie: Wo die Sauer Schleifen zieht |
| In Bourscheider Mühle versprechen gleich zwei Campinganlagen unbeschwerte Erholung |
Von Dan Roder
Eingebettet in ein tiefes, bewaldetes Tal, die über allem thronende Burgsilhouette im Blickfeld und dazu das Rauschen der friedlich dahinfließenden Sauer in den Ohren - es ist dieses einmalige Ambiente, das die Gäste der beiden Vier-Sterne -Campinganlagen "Du Moulin" und "Um Gritt" in Bourscheider Mühle so sehr schätzen. Doch auch sonst tragen die Inhaber Marie-Jeanne und Georges Kremer Sorge dafür, dass es Durchreisenden wie Langzeiturlaubern hier an nichts mangelt.
Ende der 1960er-Jahre ist Tiny Ladeur zum ersten Mal gemeinsam mit ihrem Mann und den Kindern aus den Niederlanden zum Campen nach Bourscheider Mühle gekommen. Bis heute insgesamt mehr als 30 Mal. Am vergangenen Wochenende war die mittlerweile 80-jährige Dame wieder da. "Es waren die Kinder, ihre Nichten und Neffen, die sie dazu überredet haben", erzählt Tinys Schwager Hub Palmen (84), der seinerseits 1963 zum ersten Mal in Bourscheid sein Zelt aufgeschlagen hat.
"Tante Tiny war stets wie eine Oma für uns", erzählt Marie-Jeanne Kremer , und Bruder Georges nickt zustimmend. Beide sind am Campingplatz groß geworden und sprechen natürlich auch die Sprache ihrer Gäste, von denen viele bereits seit Jahr und Tag zur Stammkundschaft zählen.
Das gilt auch für die "Ardennen-Bikers", einer Hundertschaft, aus Kleve (D) und Umgebung angereister Motorradfahrer im besten Alter. Zum zwölften Mal sind sie nach Bourscheider Mühle gekommen und lassen sich ihre gute Laune nun auch nicht vom steten Nieselregen verderben. Ihren Grill, auf dem die Koteletts brutzeln, haben sie einfach unter die Sauer -Brücke gestellt.
"Das ganze Jahr über freuen sich alle auf diese Wochenendfahrt und das Miteinander hier am Campingplatz", sagt Tour-Organisator Hans-Wilhelm Heek und zapft sich genüsslich ein Bier im großen Gemeinschaftszelt, dort wo es an den beiden nächsten Tagen auch Frühstück gibt. Da trifft es sich gut, dass Marie-Jeanne Kremer allmorgendlich frische Baguettes und Schokoladenteilchen aufbäckt.
Ebenfalls am Freitagnachmittag eingetroffen sind Marloes und Jorik. Die beiden 28-jährigen Niederländer haben sich den Tag freigenommen, wollen bis Sonntag die Seele baumeln lassen. Keine zehn Minuten vergehen, bis sie ihr geräumiges Tipi-Zelt aufgebaut haben. Es ist bereits das zweite Mal, dass die routinierten Camper in Bourscheider Mühle ihre Kurzferien verbringen. "Wir sind total begeistert von der landschaftlichen Vielfalt", schwärmt Jorik. "Und es sind ja auch nur vier Stunden Fahrt bis hierher".
Die geringe Entfernung und die abwechslungsreiche Topografie - das ist es, was die Niederländer den Kremers zufolge so sehr an Luxemburg schätzen. Und noch immer gehen rund drei Viertel der Übernachtungen auf den beiden Campings in Bourscheider Mühle auf das Konto der Feriengäste aus dem nördlichen Benelux-Land. Der Rest kommt überwiegend aus Belgien.
Gründlich gewandelt hat sich Georges Kremer zufolge allerdings das Urlaubsverhalten an sich. "Ausgedehnte Aufenthalte in der Hauptsaison gibt es immer weniger, dafür mehren sich die Kurztrips im Laufe des Jahres. Doch das hat auch wiederum seine Vorteile für uns", sagt er, und lehnt sich zufrieden zurück.
Bereits in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg kamen die ersten Badegäste nach Bourscheider Mühle, um am Ufer der Sauer Erholung zu suchen. Schließlich begann Landwirt Aloyse Kremer, Besitzer der sich längs des Flusses erstreckenden Wiesen, Mitte der 1950er-Jahre mit dem Aufbau des 1967 in seiner heutigen Ausdehnung eingeweihten Campingplatzes "Du Moulin" (145 Plätze ). Um dem sich ausweitenden Touristenstrom gerecht werden zu können, erfolgte nur vier Jahre später die Eröffnung des flussabwärts gelegenen Campingplatzes "Um Gritt" (199 Plätze). 1977 übergab Aloyse Kremer die Verantwortung der beiden Campings an Tochter Marie-Jeanne ("Du Moulin") und Sohn Georges ("Um Gritt"), die auch im Besitz der Fischereirechte vor Ort sind.
Seit geraumer Zeit ist der Camping "Um Gritt" als Landeplatz für die vom Aussichtspunkt "Gringlay" abfliegenden Paraglider ausgewiesen
© saint-paul luxembourg
Redaktion wort.lu